Hinter dem Begriff Advanced Glycation Endproducts verbergen sich Protein-Zucker-Verbindungen, die in vielen Nahrungsmitteln vorkommen und neuerdings im Verdacht stehen, riskant zu sein.
Dabie sind die Advanced Glycation Endproducts ja nicht die ersten Lebensmittelbestandteile, die wir über Jahre zu uns genommen haben und denen dann plötzlich eine schädliche Wirkung nachgesagt wird. Studien zufolge konnten Diabetiker, die auf eine absolut AGE-freie Nahrung umstiegen, ihren Insulinspiegel deutlich senken. Heißt das im Umkehrschluss, dass diese Protein-Zucker-Verbindungen Diabetes auslösen oder verstärken können?
Advanced Glycation Endproducts entstehen durch das gemeinsame Erhitzen von Zucker und Eiweiß, beispielsweise beim Grillen oder Frittieren. Außerdem können sie als Geschmacksverstärker fungieren und werden daher in der Lebensmittelindustrie so manchen Produkten künstlich zugeführt. Da diese Verbindungen eigentlich als unbedenklich gelten, ist daran auch erst einmal nichts auszusetzen.
Stimmen jedoch die Ergebnisse einer Studie an der Mount Sinai School of Medicine, nach der Typ-2-Diabetiker durch den konsequenten Verzicht auf frittiertes oder gebratenes Essen über einen Zeitraum von vier Monaten ihren Insulinspiegel um etwa ein Drittel senken konnten, wäre womöglich ein Umdenken angebracht. Allerdings sind weitere Untersuchungen nötig, um diesen Verdacht zu erhärten und entsprechende Konsequenzen ziehen zu können.
Trotzdem raten die Forscher hinter der Studie zu Vorsicht, zumindest wenn es um Säuglinge und Kinder geht. Um einen frühen Ausbruch von Diabetes zu verhindern, sollte man bei Babynahrung auf AGE-freie Produkte achten, also ohne künstliche Geschmacksverstärker. In einer zweiten Untersuchung konnten die Forscher außerdem zeigen, dass die fraglichen Protein-Zucker-Verbindungen während der Schwangerschaft über die Plazenta und nach der Geburt auch über die Muttermilch an das Kind weitergegeben werden.
Demnach sollten auch Schwangere und Stillende auf eine AGE-freie Nahrung achten, um das Risiko einer Diabetes-Erkrankung bei ihrem Kind zu senken. Der Verzicht auf künstliche Geschmacksverstärker hat zudem den positiven Nebeneffekt, dass man die natürlichen Aromen wieder besser kennen und verstehen lernt und frisch gekochtes Essen plötzlich wieder viel besser schmeckt.
November 28th, 2011 um 16:04
Hallo,
so unbequem die Tatsachen sind: Mit gesunder Ernährung lässt sich die Prognose nicht nur des Diabetes ausbremsen. Ob es nun AGE (advanced glycatetd endproducts) sind oder andere Erkenntnisse. Der Mensch hat wie jedes Tier sein artspezifische Ernährung. Weicht er davon dauernd und erheblich ab, fördert er die Alterung des Körpers und im schlimmsten Fall Krankheiten, wie Arterienverkalkung. Wichtig ist jetzt nicht in die alles- oder – nichts-Mentalität zu verfallen. Natürlich kann man Fritiertes essen, nur eben nicht dauernd und viel. Eben mal und in Maßen. Wir kennen alle völlig fehlernährte Hunde und Katzen, die ein Jammerbild ihrer Art geworden sind – durch menschenverursachte Fehlernährung.
Im Kern geht es um die Ernährung, die der Frühmensch zur Verfügung hatte: Gemüse und Grünzeug in Massen, da es nicht weglaufen konnte, Nüsse, mal ein Kleintier, aber auch Insekten und Würmer, kleine Früchte, Vollkorn (selbst gesammelt) und mal ein mageres Großtier….
Das alles erbeutet unter Einsatz der Beine – also Laufen, Laufen und nur ab und zu mal rennen.
So einfach ist das Rezept für eine natürliche Ernährung und so schwierig zu gleich. Wir im medicum Hamburg arbeiten mit Psychologen, Sportpädagogen und Ernährungsfachleuten sowie Ernährungsmedizinernin verschiedenen Programmen daran Hilfestellung zu bieten. Leider gibt es in Deutschland noch zu wenige Einrichtungen mit einem solchen Repertoire.
Viele Grüße,
MR
Dezember 2nd, 2011 um 13:47
Hallo,
im Kern der Sache gebe ich Ihnen gerne recht und vermute, daß Sie sich auf die Neue Medizin ( Evolutionsmedizin ) beziehen.
Sie schreiben, mit gesunder Ernährung lasse sich Diabetes ausbremsen.
Bei einer Körpergröße von 1,65 m wiege ich 55 kg, ernähre mich so gut, daß sämtliche Werte super sind. Nicht einmal an Kalium mangelt es mir und trotzdem habe ich Diabetes. Mody.
Ihr Kommentar zeigt mir wieder einmal, wie schnell man zu Pauschal- Diagnosen greift. Schade.