Mediziner sind sich einig darüber, dass im Falle einer neu entstandenen Phimose, Patienten unbedingt auf Diabetes getestet werden müssen, denn diese kann Auslöser der so unangenehmen Krankheit sein.
Phimose ist unter der Bezeichnung Vorhautverengungen den meisten ein Begriff. Kennzeichnend für die Phimose ist, dass man(n) die Vorhaut gar nicht mehr, beziehungsweise nur unter Schmerzen zurückziehen kann. Die Vorhautverengungen ist an sich keine schlimme Krankheit, kann aber unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen. So entstehen auf Grund von Hygieneproblemen oftmals schmerzhafte Entzündungen der Vorhaut. Auch die Harnentleerung kann bei manchen Männern auf Grund der Verengung nur erschwert vollzogen werden. Manche Männer klagen auch über Erektionsschmerzen.
Phimose - Behandlung
Die Behandlung einer Phimose gestaltet sich recht unkompliziert. Es gibt die Möglichkeit mit Hilfe eines operativen Routineeingriffs die Verengung zu entfernen oder durch die Dehnung der Vorhaut, den Patienten von seinem Leiden zu erlösen. Entzündungen können durch Salbenpreperate schnell in den Griff bekommen werden.
Phimose durch Diabetes
Die Frage ist wie eine Vorhautentzündung durch Diabetes- typ 1 oder 2 entstehen kann. Der Grund ist recht einfach, denn die Zuckerkrankheit bringt einen erhöhten Urinzuckerspiegel mit sich. Die Konzentration des Zuckers im Urin des Diabetespatienten kann dazu führen, dass sich Vorhaut verengt. Auch Entzündungen der Vorhaut gehen häufig mit der Diabeteserkrankung einher, da der Zucker als optimaler Nährboden für Bakterien dient. Eine Neuerkrankung an Phimose kann also auch Anzeichen einer Diabetes sein. Da sich viele Patienten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht über ihre Diabeteserkrankung bewusst sind, obwohl sie bereits Insulin benötigen würden, ist ein Bluttest unabdingbar.
Juli 8th, 2010 um 09:36
Hallo,
hier kann sicher Entwarnung gegeben werden: Diabetes selbst verursacht keine Phimose. Vorhautverengungen sind entweder angeboren oder sie entstehen durch wiederkehrende Entzündungen der Schleimhaut. Gründe dafür können mangelnde Hygiene oder eine Abwehrschwäche des Körpers sein. Und hier kommt erst der Diabetes ins Spiel: Je höher der Blutzucker, desto größer die Abwehrschwäche. Aber, und das sollte beruhigen, der Zucker allein macht keine Phimose. Fragen dazu beantwortet jeder Diabetologe in einer Schwerpunktpraxis oder wir im medicum Hamburg, wo auch die dort tätigen Internisten und Allgemeinmediziner ein hohes Diabetesfach-Wissen besitzen – neben den Diabetologen im Diabetes Zentrum versteht sich.
Viele Grüße
Ihr
Dr. Matthias Riedl (medicum Hamburg)
August 16th, 2010 um 13:32
ich muss sehr widersprechen. sehr wohl kann eine phimose durch diabetes entstehen, da es wie bei allen gefäßen auch zur verengung der gefäße in der Vorhaut kommt. Dieser Umstand ist nachgewiesen, hr. doktor!
August 26th, 2010 um 11:10
Hallo,
sicher kann Diabetes zu Verengungen der Gefäße im Sinne einer Arterienverkalkung führen. Dabei sind jedoch die Aorta, die Bein-, Herz- und Hirngefäße besonders betroffen. Verkalkungen der Hautgefäße würden aber nicht zu einer Schrumpfung der Haut und hier besonders der Vorhaut führen. Die Schrumpfung der Vorhaut entsteht vielmehr durch Anlage und wiederkehrende Entzündungen und Vernarbungen. Und hier kann der Diabetes sicher, das stimmt, eine fördernde Ursache sein. Unbedingt muß bei wiederkehrenden Entzündungen auch an einen Diabetes gedacht werden. Also einmal mehr den Zucker testen lassen.
Viele Grüße
Ihr
Dr. Matthias Riedl (medicum Hamburg)
Dezember 2nd, 2010 um 17:07
Merkwürdig: ich hatte nie Entzündungen oder Vernarbungen oder eine Phimose, die Vorhaut ließ sich stets gut bewegen. Nun bin 50, habe seit einiger Zeit Diabetes, hohe Harnzuckerwerte und genau seit der Zeit hat sich die Vorhaut entzündet, ist eingerissen, verheilt langsam wieder, aber die Vorhaut lässt sich nur superschwer zurückziehen und noch schwerer wieder vorziehen. Ich behandle das mit Ringelblumensalbe und Jojobaöl. Die Entzündung klinkt langsam ab, die Risse haben sich geschlossen, aber die Vorhaut ist einfach zu eng. Werde wohl doch noch einen Urologen aufsuchen, obwohl ich eine Beschneidung vermeiden möchte, da ich nicht noch eine OP möchte.