Diabetesrisiko

Diabetes & Diabetesvorsorge
 


Künstliche Pankreas – entscheidender Durchbruch für Diabetiker

Autor: Doris
abgelegt in: Diabetes mellitus

US-amerikanischen Forschern ist ein entscheidender Durchbruch zum Einsatz einer künstlichen Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bei Diabetikern gelungen. Das Team um Firas El-Khatib von der Boston University hat das Wunder vollbracht und den Blutzuckerspiegel von elf Diabetikern des Typ 1 über mehr als 24 Stunden im Normalbereich gehalten.
Pankreas adrigu©Flickr
Diabetes Typ 1 ist eine chronische Zuckererkrankung, die seltener auftritt als Diabetes Typ 2. Bei Diabetikern, bei denen Typ 1 diagnostiziert wurde, produziert die Bauchspeicheldrüse keinerlei Insulin mehr, so dass dem Körper mittels einer Injektion täglich ausreichend Insulin verabreicht werden muss.

Künstliche Pankreas

Die Bauchspeicheldrüse reguliert normalerweise den Blutzuckerspiegel mit Hilfe von zwei Hormonen: Insulin und Glucagon. Während Insulin dafür sorgt, dass ein zu hoher Glukoseanteil im Blut den Zucker in der Leber und in anderen Organen speichert, regt Glucagon bei Glukosemangel die Zuckerausschüttung aus der Leber an.

Bei Diabetikern des Typ 1 greift jedoch das Immunsystem die Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie, so dass eine Insulinzufuhr von außen stattfinden muss und es einer ständigen Überwachung des Blutzuckerspiegels bedarf.

Diese Therapie ist recht umständlich, zumal die Kontrolle und die Injektionen konstant erfolgen müssen. Um die Prozedur zu vereinfachen, suchten Forscher lange nach einer unkomplizierteren und automatisierten Alternative und entwarfen nun die künstliche Pankreas.

Behandlungsart 

Die künstliche Bauchspeicheldrüse, welche die Forscher nun nach langer Zeit entwickelt haben, ist eine Behandlungsart, welche die Blutzuckermessung und die Insulinpumpe miteinander kombiniert.

Dem Team um Firas El-Khatib gelang der Durchbruch, in dem sie den Testteilnehmern nicht nur Insulin, sondern auch dessen Gegenspieler Glucagon verabreichten, um einer Überdosierung vorzubeugen. Zudem steuerte eine neuartige Software, angepasst an die Bedürfnisse des Körpers, die Abgabe der Hormone.

Dafür setzten sie elf Diabetikern des Typ 1 eine Insulin- sowie eine Glucagon-Pumpe unter die Haut am Bauch, platzierten einen Blutzuckersensor in den Venen und schlossen das System an einen Computer an. Die Software berechnete daraufhin die nötige Dosis, die über die Pumpen abgegeben wurde.

Zukunftsperspektive

Nach anfänglichen, kleineren Problemen und einer daraufhin langsameren Abgabe der Hormondosierung, setzten die Wissenschaftler nun alles daran, das System weiterhin zu verbessern, so dass es auch im täglichen Leben eingesetzt werden kann.

Zukünftig soll nur noch ein Mikrochip zur Steuerung der Pumpen eingepflanzt werden und ein implantierter Sensor die Blutzuckermessung in den Venen bestimmen.


verwandte Beiträge

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

1 Kommentar to “Künstliche Pankreas – entscheidender Durchbruch für Diabetiker”

  1. Dr. Matthias Riedl schreibt:

    Hallo Doris,

    leider sind solche Durchbrüche immer nur im Rahmen der Grundlagenforschung zu sehen. In der breiten Anwendung müssen wir noch etliche Jahre auf einen Durchbruch für Diabetiker in der täglichen Praxis warten. Die Euphorie der letzten Jahrzehnte hat sich bei mir etwas gelegt. Immer wenn die Forschung einen entscheidenden Schritt vorangekommen ist, zeigen sich neue Hürden.

    Ich erwarte von der Stammzellforschung mehr. Der echte Ersatz der Inselzellen aus Nachzüchtungen würde eine komplette Heilung bewirken. Auch wenn die Zellen alle paar Jahre nachgespritzt werden müssen.
    Dies ist nach meiner jetzigen Einschätzung nicht vor 10 Jahren zu erwarten – leider.

    Aber irgendwann kommt es. Dieser Durchbruch würde dann an niemanden vorbeigehen. Es stünde auf der ersten Seite der Bildzeitung. Das gleich gilt dann auch für Parkinsonpatienten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr

    Dr. Matthias Riedl

Kommentar schreiben