Diabetesrisiko

Diabetes & Diabetesvorsorge
 


Diabetes und Hitze – Wie geht damit richtig um?

Autor: Doris
abgelegt in: Alltag

Diabetes und Hitze ist eine gefährliche Mischung. Betroffene sollten an heißen Sommertagen einige Hinweise der Fachleute beachten, um ein Risiko im Alltag auszuschließen.

Shweißausbruch JeffreyMontes ©Flickr

Deutschland schwitzt und stöhnt. Der Monat Juli hat Temperaturen weit über 30 Grad gebracht. Sogar gesunde Menschen haben mit der Wärme zu kämpfen. Das heiße Wetter verursacht in der Gesellschaft  Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Diabetes und Hitze ist für Erkrankte besonders gefährdend. Wie können sich Diabetiker gegen die Hitze schützen?

Diabetes und Hitze – Was kann man dagegen tun?

Zuckerkranke Menschen sollten bei steigendem Quecksilber besonders auf sich achten. Denn hohe Temperaturen bringen den Stoffwechsel ordentlich durcheinander, das hat eine Unterzuckerung zur Folge. Außerdem kommt es zu unkontrollierten Schweißausbrüchen und Nerven können geschädigt werden.

An erster Stelle sollte Diabetiker viel Trinken, um nicht zu dehydrieren. Auch das Essen sollte trotz  hohen Temperaturen nicht vergessen werden. Denn wenn man nichts isst, kann die Einnahme von Medikamenten gefährlich werden. Außerdem sollten die Arznei richtig gelagert werden (siehe Packungsbeilage), damit die Inhaltsstoffe auch ihre Wirkung beibehalten.

Wenn die Sonne scheint, dann schwitzt man auch viel. Das ist ein Zeichen, dass eine Unterzuckerung vorliegt. Darum sollten Betroffene öfter als sonst ihren Blutzucker messen. Beim Schwitzen verliert der Körper auch wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese lassen sich jedoch durch Ersatzpräparate sogenannte Elektrolyt-Präparate ersetzen. Fragen Sie in ihrer Apotheke nach, welche Präparate für Diabetiker geeignet sind.

Sorgen Sie bei Hitze für ständige Abkühlung, z.B. durch kaltes Wasser an Handgelenken, kalte Umschläge im Nacken usw. Außerdem sollten sie Ruhezeiten während der Mittagshitze einhalten. Sport sollte bei starker Wärme vermieden werden oder auf den Morgen oder späten Abend verlegt werden.

Als Diabetiker sollten Sie ständig auf sich und Ihre Gesundheit achten. Vor allem heiße Sommertagen machen diese Krankheit sehr tückisch.


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1 Kommentar to “Diabetes und Hitze – Wie geht damit richtig um?”

  1. Dr. Matthias Riedl schreibt:

    Hallo Doris,

    besonders zum Thema Insulintherapie und Messen des Blutzuckers bei Hitze gibt es noch folgende wichtige Tipps, mit denen man ungeschoren durch die heißen Tage kommt, ob auf Reisen oder zu Hause:
    Sonnenbeschienen Injektionsstellen lassen das Insulin schneller ins Blut übergehen – so kann ein Sonnenbad eine unerwartete Unterzuckerung hervorrufen – gerade in Verbindung mit ungewohnten Belastungen am Strand ( Schwimmen, Volleyball).
    Ungekühlt bei Raumtemperatur hält sich Insulin bis zu vier Wochen in seiner Funktionsfähigkeit. Nach diesem Zeitraum geht die Wirksamkeit langsam zurück. Daher sollte das Insulin immer im Kühlschrank bei +2 °C bis +8 °C gelagert werden. Die angebrochenen Patronen (oder Flaschen) können bis zu vier Wochen bei Raumtemperatur (aber nicht über 25 °C !) aufbewahrt werden. Insulin darf jedoch nie unter zwei Grad Celsius abkühlen. Das empfindliche Eiweiß würde kristallisieren, was zu einem Wirkungsverlust führen würde. Umgekehrt verliert Insulin bei Temperaturen über +30 °C innerhalb einiger Tage seine Wirkung – über +40 °C verdirbt das Eiweiß sofort. Dies ist im Wüstenurlaub oder schon in Südspanien schnell ein Problem. Das Insulin sollte deshalb nicht mehr verwendet werden, wenn nicht ausgeschlossen kann, dass das Insulin Temperaturen unter +2 °C oder über +30 °C ausgesetzt war.
    Mittlerweile gibt es auch im Handel kleine Kühltaschen für den Transport des Insulins. Achtung: direkten Kontakt des Insulins mit Kühlaggregaten verhindern! Die billigste und einfachste Methode ist übrigens ein feuchtes Handtuch um das Insulin zu wickeln. Die Verdunstungskälte temperiert.
    Am Strand schützt man das Insulin vor direkter Wärme und Sonnenlicht am besten, indem es in einer Kühltasche aufbewahrt wird (z.B. unter der Liege). Insulin bitte nie im Auto liegen lassen (Temperaturen bis 80 Grad wenn es von der Sonne beschienen wird)!

    In puncto messen liegt auch der Teufel im Detail: Je nach Gerät liegt die zulässige Arbeitstemperatur zwischen 10 bis 40 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 10 Prozent und nicht über 80 bis 90 Prozent liegen. Also vor der Messung für eine „normale“ Temperatur sorgen.

    Weitere Infos zum Thema Reisen gibt es in jeder Diabetesschwerpunktpraxis oder in den beiden Diabetes Zentren Berliner Tor und Farmsendes medicum Hamburg.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Matthias Riedl (ärztlicher Leiter des medicum Hamburg)

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